Wie vermittelt man Kindern die Bedeutung der Beichte? Wie führt man sie
behutsam zu diesem Sakrament? - Diese Fragen muß sich auch Lisbeth
Burger gestellt haben. Ihre Antwort ist ein Buch, das Kindern in Form
einer Erzählung genau das nahebringt. Dabei geht es ihr nicht um
schulmeisterliche Wissensvermittlung, sondern um die Vermittlung eines
Gespürs für das Sakrament. Als geübte Schreiberin gelang es ihr dabei,
sich auf die Ebene der Kinder einzustellen ohne kindlich zu
formulieren. So schrieb sie zwar im Stil ihrer Zeit, vermied aber allzu
"Süßes", das uns heute die Lektüre vieler Bücher, besonders
Kinderbücher aus dieser Zeit so verleidet.
Entsprechend dem Aufbau des klassischen Kommunionunterrichts behandelt
dieses Buch den ersten Abschnitt: die Vorbereitung auf die Erstbeichte.
Der Leser begleitet die vier "Helden", 2 Mädchen und 2 Buben, den
"Vier von der letzten Bank", auf ihrem Weg vom beginnenden Unterricht
nach den Sommerferien bis zur Erstbeichte vor Weihnachten.
Und auch wenn es eigentlich nur der erste, in sich abgeschlossene Teil
der Triologie rund um die Erste Heilige Kommunion ist, betrachten doch
viele gerade dieses Werk als das Herzstück der Reihe. Dies mag auch
daran liegen, daß es kein vergleichbares Buch gibt. Über die
Erstkommunion bzw. ihre Vorbereitung findet man so manche Erzählung.
Aber im Bezug auf die Beichte gibt es sonst fast nichts. Sogar der
allseits bekannte Wilhelm Hünermann muß in diesem Punkt passen.
Übrigens steht Lisbeth Burger Hünermann in nichts nach. Sie wurde zu
ihrer Zeit genau das, was Hünermann sich erst noch erwerben mußte:
hundertausendfach verlegt. Besonders ihre Erzählung über die
Erfahrungen einer Landhebamme wurde unter verschiedenen Titeln (40
Jahre Storchentante) hundertausendfach bis au den heutigen Tag verkauft.
Als wenn sie es mit Herzblut geschrieben hätte, senken sich Worte und
Bilder bei kleinen und großen Lesern tief ein; besonders jener
Abschnitt, da alle Kinder in der Stube versammelt sind und die Mutter
die Einsetzung der Heiligen Beichte schildert. Wer könnte von sich
sagen, diesen Bericht je vergessen zu können.
Dieses Buch ist ein gutes Beispiel für die Ablehnung so vieler,
Literatur in Kinder- und Erwachsenenbücher zu teilen. Ein gutes Buch
kann jeder lesen - und dieses Buch ist so gut, daß es auch Erwachsene
mit Gewinn lesen werden. Zahlreiche Illustrationen erläutern den Text
und machen das Buch zu einem kleinen Schatz, den man - wie der
Rezensent anmerkte - in die Hände eines jeden Kommunionkindes, sei es
nun vor oder auch nach dem Festtag, sei es groß oder klein, wünscht.
ISBN 3-936741-06-9; Erscheinen: April 2003 - lieferbar
143 Seiten, Hardcover; Format: 15,5 x 20 cm
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