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Suitbert Bäumer: Geschichte des Breviers

Geschichte des Breviers - Versuch einer quellenmäßigen Darstellung der Entwicklung des altkirchlichen und des römischen Officiums bis auf unsere Tage

Prof. Angelus A. Häußling OSB in der Einleitung zur Neuauflage:

Suitbert Bäumer (1845-1894) erlebte das Erscheinen seines Hauptwerkes „Geschichte des Breviers" nicht mehr; wenige Wochen, nachdem er am 29. Juni 1894 das Vorwort noch unterzeichnet hatte, verstarb er in einem Krankenhaus bei Freiburg im Breisgau; es war am 12. August 1894. Dem Vorwort des Buches konnte gleich noch ein von Verehrung geführtes Lebensbild des Verfassers angefügt werden (S. XIII-XXI). Doch seinem Opus ist widerfahren, wessen sich nicht viele Bücher rühmen können: Über ein Jahr­hun­dert hin wird es angeführt und auch benutzt. Die klare Darstellung empfiehlt es; die schwierige Materie wird durchschaubar, und so kommt es, daß in historischen Studien – weniger in eigentlich theologischen oder speziell liturgiegeschichtlichen – „der Bäumer" immer wieder genannt und zitiert wird. Es ist eben immer noch in diesem Themenbereich das einzige Standardwerk. ...

Bäumer selbst wird es nicht mehr erleben, daß schon der Nachfolger Leos XIII., Papst Pius X. (1903-1914) in einer recht radikalen Reform des römischen Breviers die Verhältnisse tiefgreifend verbessert, und daß darüber hinaus noch im Be­ne­diktinerorden 1915 eine Reform des li­tur­gischen Kalendariums die Ursache der negativen Entwicklung angeht ...

Das Werk Bäumers übte Wirkung also aus, es schärfte das Bewußtsein. Denn nüchtern betriebene geschichtliche Studien machen Defizite der Gegenwart bewußt und demonstrieren, daß es nicht immer so war, wie gewohnt, und es auch nicht immer so bleiben muß, wie hingenommen. Die französische Übersetzung der „Ge­schich­te des Breviers" wird auch in Rom gelesen, und es kommt zu dem Glücksfall, daß ein reformwilliger Papst in der zuständigen Instanz der römischen Kurie, der Ritenkongregation, auf Mitarbeiter trifft, die ihren Bäumer-Biron studiert haben: Pietro La Fontaine, Sekretär der Ritenkongregation (+ 1935 als Patriarch von Venedig) und der Bäumer gleichaltrige Untersekretär Pietro Piacenza (1847-1919). Sie hatten ihren „Bäumer" oder „Bäumer-Biron" gut studiert, und wie die Li­tur­gie­re­form des Zwei­ten Va­ti­ka­ni­schen Kon­zils nicht möglich gewesen wäre, ohne das schon genannte Werk Josef Andreas Jungmanns „Missarum Sollemnia", weil dieses jedem willigen Leser zeigte: Das Ritual der Messe ist ein Produkt der Ge­schich­te, die aber nicht abgeschlossen zu sein braucht - und das gelehrte Werk somit die Mentalität zu Reformen hin öffnete, so waren die Reformen des Breviers unter Papst Pius X. nicht möglich, ohne die gelehrte „Ge­schich­te des Breviers" des Beuroner Be­ne­diktiners Suitbert Bäumer, der Kirche vorgelegt in zwei wichtigen europäischen Sprachen.

Reprographischer Nachdruck der Originalausgabe von 1895


ISBN 3-936741-03-4; Erscheinen: vergriffen
22 + XX + 637 Seiten, Hardcover; Format: 16 x 24 cm
Bestell-Nr.: 3-936741-03-4 Preis: 92,- EUR Direkt bestellen  Direkt bestellen Warenkorb  In den Warenkorb
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